1. Seltener Fleisch und Wurst – da gibt’s doch was Besseres!

Essen Sie nur zweimal die Woche Fleisch oder Wurst und bevorzugen Sie die fettärmeren Sorten. Bitte tauschen Sie die Wurst gegen Schinken aus. An den übrigen Tagen häufiger Fisch den Vorzug geben und Kräuterquark oder Tomatenscheiben aufs Brot legen.

Dass wir im Schnitt zu viel Fleisch und Wurst essen, bemängeln Ernährungswissenschaftler schon lange. Sie warnen vor gesättigten Fettsäuren, Cholesterin und Purinen im Fleisch. Auch steigern Currywurst, Kotelett und Kassler das Krebsrisiko. Für Menschen mit einer entzündlichen Rheumaerkrankung spricht noch ein anderer Inhaltsstoff gegen den übermäßigen Fleischgenuss: die nur in tierischen Lebensmitteln enthaltene Arachidonsäure.

Arachidonsäure zählt zu den mehrfach ungesättigten Fettsäuren, genauer gesagt zur Gruppe der Omega-6-Fettsäuren. Sie fördert – ganz im Gegensatz zu den Omega-3-Fettsäuren – das Entzündungsgeschehen. Diese Brandbeschleuniger der Rheumatoiden Arthritis sollten kaum noch auf den Tisch kommen. Meiden Sie also fettreiche Wurst und Fleischprodukte. Da auch Eier viel Arachidonsäure enthalten, sollten sie nur maximal zwei pro Woche essen – inklusive der Eier zum Kochen! Hingegen ist fetter Fisch trotz seiner Arachidonsäure nur zu empfehlen, denn Hering, Lachs, Makrele und Thunfisch glänzen durch ihren hohen Gehalt an entzündungshemmenden Omega-3-Fettsäuren.

Fleisch: es geht auch ohne

Empfohlen werden maximal zwei Fleisch- oder Wurstportionen pro Woche und bei Rheuma am besten noch weniger. Fleisch enthält zwar hochwertiges Eiweiß und eine beachtenswerte Portion an Eisen. Aber dank Milch, Quark, Kartoffeln, aber auch Soja, Erbsen und anderen Hülsenfrüchten sind wir glänzend mit Eiweiß versorgt. Und Eisen für die Blutbildung und zur Kräftigung der Abwehr findet sich beispielsweise auch in Hirse, Buchweizen und Linsen. Damit der Körper das Eisen aus pflanzlichen Quellen optimal verwerten kann, hilft Vitamin C. Essen Sie beispielsweise einen Paprikasalat als Vorspeise oder eine Kiwi zum Nachtisch. Alternativen zu Fleisch sind schnell gefunden.

Wer auf den Geschmack nicht verzichten will, kann beispielsweise Räuchertofu in Würfel schneiden und anbraten – es schmeckt wie Speck. Auch Seitan, hergestellt aus Weizenkleber, kommt dank seiner Marinade dem Aroma von Fleisch sehr nahe. Statt Wurst und Aufschnitt bieten sich außerdem geräucherte Fischprodukte insbesondere von fetten Fischen als hervorragende Alternativen an. Der fettreiche Fisch liefert die begehrten und bei Rheuma so dringend benötigten entzündungshemmenden Omega-3-Fettsäuren. Oder Sie werden beim Brotbelag zum Vegetarier mit Tomaten-, Gurken- oder Radieschenscheiben. Gut schmeckt auch ein selbstgemachter Kräuterquark auf einer herzhaften Brotscheibe. Wer mal was Neues ausprobieren möchte, kauft sich vegetarische Brotaufstriche, oder macht sie gleich selbst. Mit einem Mixer oder in der Küchenmaschine sind Kräuter-Nuss-Cremes, Linsenaufstriche und streichfähige Gemüsepasten schnell gemacht.

Magerer Schinken statt fette Wurstwaren

Wem das zu aufwendig ist oder wer nicht ganz auf den Fleischgenuss verzichten will, tauscht zumindest fette Wurstwaren gegen mageren Schinken aus. Bereits dieser einfache Brotbelagwechsel bewirkt bei entzündlichem Rheuma einen großen Gesundheitsvorteil: Schinken belastet den Körper mit weit weniger Fett als herkömmliche Wurst und der übliche Aufschnitt – und damit erspart er dem Körper auch so manches Milligramm der entzündungsfördernden Arachidon-Fettsäure.

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