Glutenfrei ernähren bei Rheuma

NAHRUNGSMITTEL-UNVERTRÄGLICHKEITEN bei rheumatoider Arthritis (RA)

Bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten aufs Etikett achten.

Nahrungsmittelunverträglichkeiten bei Rheumatoider Arthritis (RA)

Bei entzündlichem Rheuma reagiert der Körper häufiger auf einzelne Lebensmittel und Lebensmittelsubstanzen mit Unverträglichkeiten. Um nicht noch zusätzlich von roten Flecken, Pusteln, brennenden Schleimhäuten oder Reizhusten geplagt zu werden, sollte jeder Rheumatiker bei solchen oder ähnlichen Symptomen abklären, ob bestimmte Lebensmittel dafür verantwortlich sind.

Ernährungsprotokoll ermittelt Unverträglichkeiten.

Unverträglichkeiten aufzudecken, kostet etwas Zeit. Der Betroffene schreibt im Ernährungsprotokoll penibel auf, was er genau gegessen hat. In einer anderen Spalte werden eventuelle Beschwerden notiert. Wenn die häufig nach dem Genuss eines bestimmten Lebensmittels auftraten, kann der Allergologe spezielle Tests machen. Erfahrungsberichte zeigen, dass bei den meisten Rheuma-Patienten mit einer Unverträglichkeit die Schmerzen nach Fleischgenuss stärker werden. Auch Alkohol, Zucker, Getreide, Nüsse, Käse, Butter und Eier machen Betroffene oft dafür verantwortlich, dass die Beschwerden zunehmen.

Beim Lebensmittel-Einkauf das Kleingedruckte lesen.

Bei verpackten Lebensmitteln müssen die verwendeten Zutaten aufgelistet sein. Auf dieses Kleingedruckte einen kritischen Blick zu werfen, hilft gerade bei Unverträglichkeiten. Die 14 häufigsten Lebensmittelallergene müssen sogar in Kleinstmengen genannt werden. Dazu zählen Eier, Fische, Krebs- und Weichtiere, Milch und Milchprodukte, Schwefelverbindungen als Konservierungsstoffe, Erdnüsse, glutenhaltiges Getreide, Schalenfrüchte, Senf, Sellerie, Sesam, Soja und Lupinen.

Statt klassischer Allergie oft Unverträglichkeiten.

Am bekanntesten sind Unverträglichkeiten gegen Milchzucker (Laktose) in Milch und Milchprodukten, gegen Gluten im Getreide und auch gegen Histamin, das in zahlreichen Lebensmitteln wie Fisch, Geräuchertem, gereiftem Käse, etlichen Gemüse- und Obstsorten, Rotwein und Essig vorkommt. All das sind keine klassischen Allergien, so dass sie sich nicht mit den herkömmlichen Allergietests bestimmen lassen. Anders als bei einer Allergie kommt es bei einer Unverträglichkeit erst ab einer bestimmten Menge zu den jeweiligen Körperreaktionen. Diese Menge kann von Person zu Person sehr unterschiedlich sein.

Bei einer MILCHZUCKERUNVERTRÄGLICHKEIT fehlt das Enzym Laktase, das für den Abbau des Milchzuckers (Laktose) im Darm notwendig ist. Etwa jeder Siebte ist hierzulande davon betroffen. Weil der nicht abgebaute Milchzucker im Darm viel Wasser bindet, kommt es zu heftigen Bauchschmerzen und Durchfällen. Abhilfe schaffen milchzuckerfreie Milchprodukte oder die Einnahme von Laktase-Tabletten.

Eine GLUTENUNVERTRÄGLICHKEIT trägt den Namen Zöliakie. Diese Erkrankung der Darmschleimhaut entsteht als Kollateralschaden, wenn der Körper einen Angriff gegen das Klebereiweiß Gluten im Getreide startet. Beim Verzicht auf Gluten durch die totale Umstellung von Weizen, Dinkel, Roggen und Gerste auf Buchweizen, Hirse, Amaranth oder Quinoa verschwinden die zum Teil schweren Symptome wie Schwäche, Schmerzen und Durchfall.

Glutenfreie Ernährung Rheuma

Eine glutenfreie Ernährung erfordert eine Ernährungsumstellung.

Bei einer HISTAMINUNVERTRÄGLICHKEIT kann der Körper Histamine, also natürliche Reifeprodukte vieler Lebensmittel, nicht schnell genug abbauen, weil die nötigen Enzyme fehlen oder sie zu langsam arbeiten. Beim Genuss von reichlich Histamin beispielsweise in Fisch, Räucherfleisch, gereiftem Käse, Rotwein oder Essig kommt es dann zu klassischen Allergiesymptomen – auch wenn keine Allergie, sondern ein Enzymproblem daran schuld ist. Auch hier besteht die Möglichkeit, sich das fehlende Enzym in Tablettenform zuzuführen.

Bitte verzichten Sie nicht aus Vorsicht vor möglichen Unverträglichkeiten prophylaktisch auf bestimmte Lebensmittel, da dies eine Mangelernährung zur Folge haben kann.

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