Diagnoseverfahren bei rheumatoider Arthritis (RA)

Je früher eine Rheumatoide Arthritis (RA) erkannt wird, desto besser die Aussichten.

Es ist enorm wichtig, RA so früh wie möglich zu erkennen, um das Übergreifen der Entzündung von der Gelenkinnenhaut auf die umliegenden Knorpel und Knochen und damit die Gelenkzerstörung mit modernen Medikamenten rechtzeitig aufzuhalten.1

Zur Diagnostik der Rheumatoiden Arthritis (RA) gehören Blutuntersuchungen.

1. RA-unspezifische Laborzeichen Was wird gemessen?
Erhöhte Blutsenkung (BSG)
Nicht nur bei RA, sondern allgemein bei Entzündungen im Körper erhöht
Geschwindigkeit, mit der feste Bestandteile des Blutes in Laborröhren auf den Boden sinken
Erhöhtes C-reaktives Protein (CRP)
Nicht nur bei RA, sondern allgemein bei Entzündungen im Körper erhöht
Eiweißstoff, der bei Entzündungen vermehrt gebildet wird
2. RA-spezifische Laborzeichen Was wird gemessen?
Rheumafaktor (RF)
Positiv bei 65-80% der RA-Patienten, kann aber auch bei anderen Erkrankungen und selten auch bei Gesunden vorhanden sein
Spezieller Eiweißstoff, gegen den bei RA Antikörper gebildet werden können
Antikörper gegen zyklisch citrullinierte Peptide (ACPA)
Sehr spezifisch für die RA (d. h. befinden sich diese Antikörper im Blut, liegt mit einer Wahrscheinlichkeit von 95% eine RA vor)
Spezielle Eiweißstoffe, gegen die bei der RA Antikörper gebildet werden können

Bei der Rheumatoiden Arthritis (RA) können im Bluttest erhöhte Entzündungswerte, Rheumafaktoren sowie häufig auch Antikörper gegen bestimmte Eiweiße nachgewiesen werden (z. B. ACPA).

Fällt der Test sowohl für den Rheumafaktor als auch für den ACPA-Antikörper positiv aus, liegt die Wahrscheinlichkeit für eine RA bei mehr als 95%.2

Bildgebende Diagnostik (Röntgen, Ultraschall und Magnetresonanztomographie) bei Rheuma

1. Standardverfahren Was kann man feststellen?
Röntgenuntersuchung
Erstes bildgebendes Verfahren zur Entdeckung von strukturellen Schäden am Gelenk*
Ausmaß der Knochenschädigung
In der Frühphase der RA sind allerdings oft noch keine Veränderungen zu sehen
Zur Erfassung der Krankheitsaktivität nicht geeignet*
Ultraschall (Sonographie)
Wird zumeist eingesetzt, wenn mittels Röntgenuntersuchung keine Schäden erkennbar sind*
Darstellung von Organen und Gewebe mithilfe von Ultraschallwellen
Bei RA typisch: Nachweis entzündlicher Flüssigkeitseinlagerung im Gelenk und verdickte Gelenkinnenhaut, Nachweis von Knochen- und Knorpelveränderungen
2. Spezielles Verfahren Was kann man feststellen?
Magnetresonanztomographie (MRT; Kernspin)
Wird zumeist eingesetzt, wenn mittels Röntgenuntersuchung keine Schäden erkennbar sind*
Darstellung von Organen, Knochen und Gewebe mithilfe von Magnetfeldern und Radiowellen, sehr genaue Bilder
Bei RA sind bereits kleinste entzündliche Veränderungen und Schäden des Knorpels und der Knochen sichtbar; oft Monate, bevor diese im Röntgenbild nachzuweisen sind

*Colebatch AN et al.: EULAR recommendations for the use of imaging of the joints in the clinical management of rheumatoid arthritis. Ann Rheum Dis. 2013 Jun; 72(6): 804–14

Mit bildgebenden Verfahren – Röntgen, Ultraschall, Magnetresonanztomographie (MRT) und Gelenkszintigrafie – lässt sich der Zustand Ihrer Gelenke genauer einschätzen. Sie helfen dabei, Entzündungen im Gelenk ebenso wie Veränderungen und Schäden an den Gelenken zu erkennen, wenn sie von außen noch nicht sichtbar sind. Dies hilft Ihrem Arzt dabei, die für Sie am besten passende Behandlungsmethode einzusetzen.

Röntgenuntersuchung bei Rheuma

Röntgenbild von gesunden Händen

Das sollten Sie wissen:

Highlight Rheumatoide Arthritis

In der Behandlung der Rheumatoiden Arthritis (RA) hat es in den letzten Jahren enorme Fortschritte gegeben. Dank intensiver Forschung sind Wirkstoffe verfügbar, mit denen in vielen Fällen die RA zum Stillstand (= Remission) gebracht werden kann oder sich zumindest eine niedrige Krankheitsaktivität erreichen lässt.

Referenzen

  • Schneider M et al.: Interdisziplinäre Leitlinie Management der frühen rheumatoiden Arthritis. Springer Verlag Berlin Heidelberg. 3. überarbeitete Auflage, 2011. Online verfügbar unter: http://dgrh.de/ leitliniefruehera.html (zuletzt abgerufen am 24.06.2014)
  • Modifiziert nach Berufsverband Deutscher Rheumatologen e.V.: Wissenswertes über Rheuma. URL http://www.bdrh.de/informationen-fuer-patienten/wissenswertes-ueber-rheuma/rheumatoide-arthritis.html Stand 01/2017
Ernährung bei rheumatoider Arthritis (RA)

Behandlung mit Messer und Gabel

Beschwerden lassen sich auch mit der richtigen Ernährung verringern.

LECKERE REZEPTE

Bewegung bei rheumatoider Arthritis (RA)

Gymnastik, Sport und Yoga

Rheuma und Bewegung?

Moderate Bewegung und Sport können Ihnen gut tun.

MEHR ERFAHREN